10 Tipps für Schreibende

Schreiben, jeder hat es in der Schule gelernt. Nicht jedem liegt diese Aufgabe, wenn sie über das Notieren des geplanten Einkaufs hinausgeht. Manche meinen, sie seien geborene Talente – andere sind es tatsächlich und wissen es nicht.

Von Schreiberlingen, Textern und Autoren

Jedes schreibende Individuum bringt andere schriftstellerische und textliche Leistungen. Für mich ist vor allem die Motivation interessant, warum Menschen Texte verfassen, die einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Dem einen ist es ein inneres Bedürfnis, für den anderen ist es ein notwendiges Übel, um Geld zu verdienen. Andere erlernten akribisch ihren Beruf als Werbetexter, Autor oder Journalist. Und wieder andere meinen, sie allein wären der neue Goethe oder Edgar Allen Poe.

Wer viel zu lesen hat, merkt rasch die qualitativen Unterschiede. Möchtegern oder begeisternd, flüchtig dahin geschrieben oder mit wohl überlegten Schritten überarbeitet – der Unterschied sticht oft schmerzhaft in mein Gehirn.

10 Tipps für Schreibende

Ich denke, fast jeder der gezwungen ist zu schreiben oder es einfach will, ist dankbar für ein paar Tipps, die ihm mehr Sicherheit und einen roten Faden an die Hand geben. Ich stellte darum ein paar Regeln und Anregungen zusammen, die aus meiner Sicht hilfreich und wichtig sind.

  1. Schreiben, wann es am leichtesten fällt
    Starre Muster und fest zementierte Abläufe sind Kreativitätskiller. Besonders beim Schreiben und Texten zeigt sich das sehr deutlich. Daher schreibe am besten, wann es dir am leichtesten fällt. Vielleicht ist es dir beruflich nicht unbedingt möglich. Dann nutze das Wochenende und andere freie Tage, um deinem persönlichen Schreibrhythmus Raum zu geben. Dadurch erlangst du Routine und wirst auch zu anderen Zeiten leichter Ergebnisse zaubern.
  2. Gewohnheiten entwickeln
    Zu schreiben, wann es am leichtesten fällt, schließt nicht aus sich vorzunehmen, wann man schreiben wird. Wenn du dran bleiben willst, musst du dir einen Plan erarbeiten, der deine persönlichen Umstände berücksichtigt. Finde heraus, wie du am einfachsten den Einstieg findest. Vielleicht fällt es dir leichter mit dem Schreiben konsequent zu beginnen, wenn du davor deine Lieblingsblogs gelesen oder einen entspannenden Song gehört hast.
  3. Für Leser schreiben
    Jeder Text, der publiziert werden soll, ist für die Leser zu verfassen, nicht für den Texter oder Autoren. Überlege, wer den Text lesen soll – für die schreibst du! Schreibe so, wie es diesen Menschen gefällt. Lerne Fachtermini und Jargon kennen. Schaffst du es nicht mit Herz und Begeisterung nach einer Zielgruppen-Recherche für die ins Auge gefassten Leser zu schreiben, lasse es besser sein und suche ein anderes Textprojekt.
  4. Rahmen festlegen
    Wem die Worte nur so aus den Synapsen fließen, schreibt oft endlos viel und verliert den Blick für die wesentlichen Inhalte. Wer Stunden braucht, um endlich ein paar Worte verfasst zu haben, wird vor jeder Schreibarbeit frustriert zusammenzucken. Darum empfehle ich dir, einen Zeitrahmen festzulegen, der dich entweder bei den wirklich wichtigen Dingen bleiben lässt, oder der dich dazu nötigt schneller alles niederzuschreiben, wie es dir in den Sinn kommt.
  5. Einfach schreiben – dann überarbeiten
    Nur wenige vermögen ein angenehmes Ergebnis auf Anhieb zu texten, aber viele stellen den Anspruch an sich, genau das zu tun. Dabei ist es wesentlich einfacher zu schreiben, nachdem man sich erste Gedanken und Notizen gemacht hat, ohne von sich eine sofortige Glanzleistung zu erwarten. Den entstandenen Text im Anschluss zu überarbeiten ist effizienter und motivierender.
  6. Beobachten und Sinne spielen lassen
    Wer gut beobachtet, wer Menschen zuhört und viel liest, wer Zusammenhänge recherchiert, wird bessere Ergebnisse beim Schreiben erzielen. Schriftstellerische und textliche Werke profitieren sehr, wenn in ihnen alle Sinne angesprochen werden. Themen besitzen oft einen Fokus auf einen bestimmten Sinn (hören, sehen, riechen, schmecken, fühlen). Versuche, diesen besonders in deinen Texten durch entsprechende Ausdrucksweisen zu stimulieren.
  7. Klar und knapp statt Wortdschungel
    Schwülstig, umständlich, Beamtendeutsch – Bezeichnungen, die auf deinen Text nicht zutreffen sollen. Klar und präzise formuliert, einfach und verständlich, die Dinge ohne unnötige Schnörkel ansprechen. Prosa wie Sachtext und redaktionelle Texte vertragen einen klaren Stil. Vermeide Fremdwörter, außer sie werden in der Zielgruppe der Leser ausdrücklich verwendet.
  8. Lesen, lesen, lesen
    Viel lesen fördert einen guten Wortschatz und befeuert das Gehirn mit Wortschöpfungen und verschiedenen Schreibstilen unterschiedlicher Texter und Autoren. Sie dienen dir als Anregung und zeigen dir einen Weg für deinen eigenen Stil. Notiere dir, was dir besonders gut gefällt in einer immer griffbereiten Kladde oder ähnlichem.
  9. Rohtexte überarbeiten
    Ist ein Text niedergeschrieben, geht es ans Überarbeiten. Streiche alles Überflüssige, alles was nicht dem Text und dem Thema dient. Was nicht die Story vorantreibt, fliegt raus. Texte können und müssen komprimiert werden, besonders im Netz, wo die wenigsten lange Ergüsse lesen mögen. Der Rotstift ist dein bester Freund. Dennoch war das zuvor „Drumherumgeschriebene“ nicht überflüssig, weil es bei der Entstehung des Textes half.
  10. Text ruhen lassen
    Lasse den Text ruhen und lese ihn später wachsam und geduldig durch, um ihn bei Bedarf nochmal zu überarbeiten. Nach einer Pause steckst du nicht mehr so tief im Text drin und dir fallen holprige Stellen und Ungereimtheiten eher auf. Ein letzter Tipp: Lies deine Texte zuletzt laut, so treten überarbeitungswürdige Stellen noch deutlicher hervor.

Wenn du mit deinem Text zu 100 Prozent zufrieden bist, blickst du auf deinen Reintext. Glückwunsch!

Ich hoffe, ich konnte ein paar interessante Tipps vermitteln. Über Kritik und Hinweise bin ich dankbar und würde sie gerne in den Kommentaren – auch als Ergänzung – lesen!



6 Antworten zu "10 Tipps für Schreibende"

  1. Hi Bettina,

    Du hast die Basics wirklich prima zusammengefasst. Einem Texterpraktikanten könnte ich das so ausdrucken und für die Mittagspause mit in den Hof geben. :)

    seoux

  2. Reply Stephan ( 1bnet ) Posted 12/07/2010 at 17:38

    hi, stimme ich vollstens zu ;-)

    hab euch grad verlinkt vom Blog aus ( SEO-Texter gesucht )

    grüße

    Stephan

  3. Vielen Dank für euer Feedback. Freut mich, dass meine Tipps Anklang finden. :)

  4. Super Tipps, besonders Tipps 6 und 8 finde ich sehr hilfreich. Tipp 10 finde ich immer am schwersten umzusetzen, gerade im Online-Bereich wo man den Text mit einem Klick publizieren kann, fällt es mir zumindestens schwer, noch einmal zu warten bis er online geht.

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